28.04.2020

Ein virtueller Ausflug zur Apfelblüte bei Bio-Obstbau Vilser

Da hat uns Corona einen gewaltigen Strich durch die Rechnung gemacht... 

Zu unserem 20jährigen Jubiläum wollten wir Ende April mit unseren KundInnen unseren langjährigen Partner Alfons Vilser, Bio-Obstbau Vilser in Alteglofsheim, besuchen und seine Apfelwiesen zur Blütezeit besichtigen. Aber wenn wir nicht zum Apfelbaum kommen können, kommt die Apfelblüte eben zu uns! Unter diesem Motto haben Alfons Vilser und seine Familie für uns einen Spaziergang durch die Apfelplantagen gemacht und uns mit Fotos und Videos versorgt. 

Wir laden Sie ein: lassen Sie die Blütenpracht auf sich wirken, lauschen Sie dem Summen der fleißigen Bienen und hoffen Sie mit uns und der Familie Vilser auf eine reiche Apfelernte im Herbst, damit wir im nächsten Jahr wieder möglichst lange die leckeren Äpfel der Vilsers genießen können!

Ein Rundgang durch die Apfelplantagen

Aus dem Apfelkästchen geplaudert: Alfons Vilser erzählt von der aktuellen Apfelblüte

Alfons Vilser

Frostschutzkerzen

Intakte Blüte, s. Mitte. Rechts oben Blüte mit Frostschaden (Blühorgane dunkel und verkümmert)

"Nach der schlechten Ernte 2019 war heuer eine sehr starke Blüte zu erwarten, was auch so eingetreten ist. Allerdings kämpfen wir seit Mitte März immer wieder mit zum Teil starken Frösten. Es ist fast so, als wolle die Natur mit ständigen trockenen Ost- und Nordwetterlagen den ausgefallenen Winter nachholen…

Die Apfelbäume haben bereits Ende Februar, so früh wie noch nie, grüne Spitzen geschoben. Ab diesem Zeitpunkt nimmt die Frosthärte deutlich ab. Die ersten Apfelblüten gab es am 9. April, so früh wie noch nie in unserer Region. Das ist zunächst noch kein Problem, aber seitdem hatten drei Frosteinbrüche:

In der Zeit vom 23. bis 25. März fiel die Temperatur auf -9°C. Zum Vergleich: die kälteste Temperatur im ganzen Winter 2019/2020 war bei uns -8°C. In den ersten Apriltagen kam der nächste Wintereinbruch mit Temperaturen bis -7°C. Zu beiden Terminen gab es zwar noch keine Blüte, aber leider wurden viele Knospen bereits geschädigt. Besonders schlimm war dann der Frost am 15. April mit -5°C, denn zu diesem Zeitpunkt waren bereits viele Blüten offen. Wir haben versucht mit Frostschutzberegnung und Frostschutzkerzen (das sind die weißen Eimer, die auf einigen der Bilder zu sehen sind) den Schaden möglichst gering zu halten. Wer bei Frostschutzberegnung an aufgespritztes Frostschutzmittel denkt: falsch gedacht, schließlich wird hier nach Naturland-Kriterien gearbeitet. Während der Dauer der Frosteinwirkung werden die Bäume ständig mit Wasser beregnet. Das Erstarren des Wassers setzt Wärme frei, so dass die Blüten nicht erfrieren. Für die Dauer des Frostes darf die Beregnung nicht unterbrochen werden.“.

Glück im Unglück ist jedoch das anhaltend schöne Blühwetter, welches dazu führt, dass möglichst viele Blüten auch befruchtet werden. Da haben wir uns jetzt ausnahmsweise über die Trockenheit und die viele Sonne gefreut.

Normalerweise könnte man jetzt schon Aussagen zur Ernte machen, aber heuer fällt es sehr schwer zu beurteilen, wie viele Blüten die Bäume noch abwerfen. Von einer eher schlechten bis hin zu einer guten Ernte ist noch alles möglich. So eine Situation hatten wir noch nie. Jetzt hoffen wir einfach, dass die Frostnächte mal zu Ende gehen."   

- Alfons Vilser-

Blütenpracht auf den Apfelplantagen in Alteglofsheim

Lernen Sie Alfons Vilsers fleißige Helferlein kennen!

Nebenbei bemerkt: das entspannenste Video, das wir die letzten Tage gesehen haben... (unbedingt mit Ton anschauen!)