Inhaber  

Martin & Lydia Wiethaler

Kammersdorf 4

94375 Stallwang

Betriebschwerpunkte  
Gemüse, Wassermelonen, Erdbeeren, Getreide, Frühkartoffeln

 

Wurzelgarten (Selbsterntefeld)

 

Websiten

 

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Biolandhof Wiethaler, Kammersdorf

 

Biogemüsebau Wiethaler -– Pioneerstellung in Niederbayern

Martin Wiethaler gehört zu den Öko-Avantgardisten in Niederbayern. Seit 1983 bewirtschaftet er seinen Biolandbetrieb -– damals eine Zeit, in der „Bio“ noch von vielen belächelt wurde. Mit den befreundeten Betrieben Waas, Laurer und Stockner gehört Martin Wiethaler zu den führenden biologischen Anbauern der Region. 1990 entstand an der Seite von Martina Kögl einer der ersten Biolieferbetriebe im ostbayerischen Raum. Bio für Privathaushalte -– damals noch ohne Online-Shop, aber mit professionellem Konzept, eigenem Logo und zuverlässigemTelefonservice. Aus der Abokiste Kammersdorf wurde die Ökokiste Kößnach unter der Leitung von Martina Kögl.

Heute arbeitet Martin Wiethaler Hand in Hand mit seiner Partnerin Lydia. Die vielfältigen Böden der niederbayrischen Donauebene bilden die Anbauflächen des Wiethaler Hofes. Gemüseanbau ist das Hauptgeschäft, so nimmt der Bodenschutz eine zentrale Position ein.– Martin Wiethaler setzt auf umfangreiche Gründüngung in seiner Feldwirtschaft. Die Verschiedenheit der 70 Ackerstücke und die Berücksichtigung der Fruchtfolgen bedingen eine anspruchsvolle Anbauplanung über das Jahr. Immerhin misst die gesamte Anbaufläche des Wiethaler-Hofes stattliche 130 Hektar; das sind ca. 130 Fußballfelder. Einige der Felder liegen in Kößnach, in direkter Nähe zu unserem Lieferbetrieb.

Gründüngung –- dem Boden wiedergeben, was er uns schenkt

130 Hektar Land bieten genug Platz für die nötige Bodenvorbereitung. Eine ausgewogene Fruchtfolge und eine Düngung mit Kompost, Pflanzen und Ernteresten fördert die Erhaltung der Bodenstruktur. Martin Wiethaler setzt zusätzlich auf Gründüngung durch Wickroggen. Diese Gründüngungsfuttermischung aus Roggen und Zottelwicken reichert den Boden mit Humus an, unterdrückt „Unkraut“wachstum und verhindert Bodenschädlinge und Krankheiten. Die  Zottelwicken können im Unterschied zu den meisten anderen Pflanzenarten mit Hilfe der sogenannten Knöllchenbakterien Stickstoff aus der Bodenluft gewinnen. Das Einarbeiten der herangewachsenen Pflanzen versorgt den Boden mit organisch gebundenem Stickstoff. Dieser steht nach einigen Wochen den Kulturpflanzen zur Verfügung – eine Düngung auf ganz natürlichem Weg.

Dammkulturen -– bewährte Traditionen in der Fortentwicklung

Der moderne Ackerbau brachte vielen Flächen des konventionellen Anbaus Nachteile in ihrer Bodenstruktur. Die biologische Anbaukultur schützt den Boden vor der Übernutzung durch den Menschen. Martin Wiethaler kultiviert sein Gemüse auf Dämmen. Als Tüftler entwickelte er das traditionelle Anbausystem der Häufelkulturen fort. Häufelkulturen fördern die ertragbringenden Eigenschaften des Bodens und stärken ihn in seiner Struktur. Das Klima in der Dammkultur bewirkt ein gutes und gesundes Wachstum der Frucht.

Biogemüse Wiethaler - Vielseitigkeit der Böden, Vielseitigkeit im Anbau

Martin Wiethaler und Lydia betreiben in unmittelbarer Umgebung zu unserem Betrieb einen Wurzelgarten, das Herzensprojekt von Lydia. In diesem Selbsterntegarten kultiviert sie über 60, teils sehr alte Tomatensorten, vielfältige Gurkensorten, wie beispielsweise die Braune Sibirische Gurke, unterschiedliche Bohnensorten, wie die nach ihrer Länge benannte „Meterbohne“, exotische Melonensorten, Physalis, Ananaskirschen und Beeren soweit das Auge reicht. Der Wurzelgarten ist ein Paradies für Fans von alten Gemüsesorten, Neugierige und Gourmets. Damit die Besucher des Wurzelgartens in Ruhe ernten und entdecken können, wurde ein Picknickplatz und ein Kinderspielplatz aufgebaut. Auch den Austausch mit ihren Kund/innen schätzt Lydia sehr: So stammt das Rezept für Meterbohnen, das auf einem Schild im Bohnenhaus zu lesen ist, von einer chinesischen Kundin, die sich über das Gemüse aus der Heimat sehr freute.

Der Wurzelgarten ist aber nicht nur ein fantastischer Selbsterntegarten, in dem man nach Herzenslust exotisches Gemüse entdecken und seinen Speiseplan erweitern kann. Er ist auch die „Kinderstube“ des Betriebs. Denn auf den Gemüseäckern der Wiethalers werden einige der Kulturen, mit denen Lydia im Wurzelgarten anfangs experimentiert hat, später für die Vermarktung über Bio-Großhändler und Ökokisten angebaut. Für einige Kulturen wird das Saatgut dort vermehrt, für andere werden die Anbaubedingungen getestet. So haben es die Wassermelonen beispielsweise aus dem Wurzelgarten auf die Felder geschafft. Was 2009 als Erdbeerfeld zum Selbsternten begann, ist inzwischen zum Paradies für Obst- und Gemüsevielfalt geworden.

Jatropha für Afrika:– ein Projekt der Unabhängigkeit

Beide engagieren sich für ein landwirtschaftliches Projekt in Afrika (Gambia). Vor Jahren hatten sie die Absicht dort einen Betrieb zu führen.

„Neben Karoffeln, Kasava und Kürbis, wurden auch Versuche mit Jatropha gestartet. Eine Ölpflanze, für die Produktion von Biodiesel, die sich für die eher trockenen Regionen Afrikas eignet.“

Leider waren beide Betriebe – Deutschland und Afrika – nicht parallel zu führen. So entschied sich das Paar für ihren bayrischen Hof und unterstützt ihre gambianischen Freunde als Berater und Tüftler in landwirtschaftlichen Fragen.