Inhaber

Bingenheimer Saatgut AG
Kronstr. 24
61209 Echzell

Betriebschwerpunkt
samenfestes Saatgut

 

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Bingenheimer Saatgut

"Die Bingenheimer Saatgut AG erzählt von Ihrer 20jährigen Geschichte:

"Die Ziele und Leitgedanken, die das tägliche Handeln in der Bingenheimer Saatgut AG lenken, basieren auf einer einfachen Grundidee: die langfristige Ermöglichung eines eigenständigen Ökolandbaus durch Erhaltung und Entwicklung samenfester Gemüsesorten sowie die ökologische Vermehrung dieser Sorten, um das Saatgut allen Interessierten zur Verfügung zu stellen. Auf dem Weg zur Realisierung dieser Idee sind bedeutende Schritte bereits gegangen. Diese Entwicklung ist umso erfreulicher wenn man bedenkt, dass noch vor knapp 30 Jahren beim Anbau von Bio-Gemüse aus Mangel an Ökosaatgut häufig auf konventionelles Saatgut zurückgegriffen werden musste und der Siegeszug der Hybridsorten mit einem dramatischen Schwund von samenfesten Sorten einher ging. Eben diese Missstände bewogen eine Gruppe aufgeschlossener, engagierter Demeter-Gärtner_innen, sich zum „Initiativkreis für Gemüsesaatgut aus biologisch-dynamischem Anbau“ zusammenzuschließen und den Samenbau samenfester Sorten zu betreiben.

Eine Aktiengesellschaft als partnerschaftlich agierendes Unternehmen

Die ersten Saatguternten wurden noch unkompliziert untereinander ausgetauscht. Doch bereits nach wenigen Jahren bestand der Bedarf nach einem zentralen Ort für die Prüfung und Aufbereitung des Saatgutes. Zunächst kümmerte sich die Allerleirauh GmbH, der Vertriebsbereich der Werkstätten der Lebensgemeinschaft Bingenheim e.V., um den Saatgutvertrieb. 14 Jahre später, im Jahr 2001, war der Saatgutbereich jedoch zu einer Dimension angewachsen, die die Gründung einer eigenständigen Firma erforderte: Die Geburtsstunde der Bingenheimer Saatgut AG. Mit der Wahl der Gesellschaftsform der Aktiengesellschaft und der Festlegung der Aufgaben der neuen Firma wurden die Impulse der Vergangenheit aufgenommen und gleichzeitig Raum für eine dynamische Entwicklung gegeben. Die intensive Beziehung zu den im Initiativkreis zusammengeschlossenen Saatgutvermehrern prägt nach wie vor das Selbstverständnis der Bingenheimer Saatgut AG. Der Austausch im Netzwerk und der respektvolle Umgang unter den Wirtschaftspartnern ist Grundvoraussetzung für das Gelingen der ökologischen Saatgutarbeit. Die zweimal jährlich stattfindenden Treffen des Initiativkreises bilden dabei den Raum für die gemeinsame Fortbildung, bieten eine Plattform für ausführliche Diskussionen und schaffen eine stabile Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Diese soll ein klarer Gegenentwurf zu den in der Saatgutbranche üblichen Modellen sein, denn gewöhnlich diktieren die Abnehmer die Bedingungen und durch die Verlagerung der Saatgutproduktion in Länder mit klimatischen Vorteilen und Billiglöhnen wächst die Entfremdung zwischen Gärtnern und Saatgutproduzenten.

Die Grundsätze unseres Handelns

Die zur Gründung der Bingenheimer Saatgut AG festgehaltenen Grundsätze dienen unverändert als leitende Impulse für unsere Arbeit. Neben unseren Hauptaufgaben, dem Vertrieb samenfester Sorten und der vorausgehenden Aufbereitung des Saatguts, zielen unsere Bestrebungen vor allem auch auf den Erhalt und die Förderung der Sortenvielfalt für den Ökolandbau. Darüber hinaus möchten wir unseren Beitrag zur Förderung der Saatgutvermehrung als Kulturaufgabe in der Gesellschaft leisten. All unseren Bestrebungen liegen insgesamt die Bemühungen zugrunde, alternative soziale Wirtschaftsformen zwischen allen am Herstellungs- und Verbrauchsprozess beteiligten Gruppen weiterzuentwickeln. Das heißt u. a., dass wir es als unsere Aufgabe ansehen, Kunden fair zu informieren sowie zwischen den Möglichkeiten und Grenzen der Züchtung, der Saatguterzeugung und den Bedürfnissen der Gärtner_innen zu vermitteln. Auch in den Besitzverhältnissen der Aktiengesellschaft spiegelt sich dieser Leitgedanke wider: Alle Aktien sind auf den Namen des Käufers ausgestellt und die Geschäftsführung und Aktionäre legen Wert darauf, dass sich neue Aktionäre mit der ökologischen Saatgutarbeit inhaltlich verbinden. Zum Kreis der Aktionäre gehören die Software AG-Stiftung, die Lebensgemeinschaft Bingenheim, Saatgutlieferanten und Kunden sowie befreundete Institutionen.

Auszug aus der Präambel:

Die Bingenheimer Saatgut AG baut auf den Ideen und dem Einsatz des Initiativkreises für Gemüsesaatgut aus biologisch-dynamischem Anbau und der Lebensgemeinschaft Bingenheim e.V. auf. Die Firma wird im Sinne der Gründungsideen der genannten Gruppen die biologisch-dynamische Saatgutarbeit weiterführen und entwickeln. Dabei sollen insbesondere folgende Impulse gepflegt und weiterentwickelt werden:

  • Vertrieb von biologisch-dynamisch gezüchteten und entwickelten Sorten;
  • Erhalt und Förderung der Sortenvielfalt für Landwirtschaft und Gartenbau;
  • Erhalt und Förderung der Saatgutvermehrung als Kulturaufgabe in der Gesellschaft;
  • Weiterentwicklung von sozialen Wirtschaftsformen zwischen allen am Produktions- und Verbrauchsprozess beteiligten Gruppen.
  • Nach Möglichkeit ist die Firma bestrebt, Tätigkeitsfelder für seelenpflegebedürftige Menschen bereitzustellen.

Ein gemeinnütziger Verein als Schlüssel für eine zeitgemäße Alternative in der Pflanzenzüchtung

Doch wem gehören eigentlich die Sorten? Und wem sollten sie gehören? Die aktuelle Debatte um Patente auf Pflanzen und Tiere verdeutlicht den Bedeutungswandel von Kulturpflanzen: In der Vergangenheit noch als wichtiges Kulturgut angesehen, werden Sorten heute oftmals als reines Wirtschaftsgut behandelt. Saatgut ist jedoch deutlich mehr als nur ein Betriebsmittel wie Diesel, Kisten, Vlies etc. Es bildet den lebendigen Ausgangspunkt jeder Ernährungsweise. Nach unserer Überzeugung darf es keinen privatwirtschaftlichen Besitz an Sorten und auch nicht an DNA-Sequenzen geben. Zur Vertretung dieser Überzeugung wurde 1994 aus der Mitte des Initiativkreises der gemeinnützige Verein Kultursaat gegründet. Der Verein übernimmt die biologisch-dynamische Sortenentwicklung, Sortenerhaltung, Züchtungsforschung, Methodenentwicklung, Öffentlichkeitsarbeit und Züchtungsfinanzierung. Viele Initiativkreisler sind Kultursaatmitglieder geworden, einige haben züchterische Aktivitäten im Rahmen ihres gärtnerischen Betriebes begonnen und andere haben sich ganz auf die Saatgutvermehrung konzentriert. Die praktische Züchtung findet bei Kultursaat in biologisch-dynamisch bewirtschafteten Zuchtgärten an etwa zwei Dutzend Standorten im deutschsprachigen Raum statt. Sie erkennen die neuen Sorten von Kultursaat e.V. im Shop und Katalog am Kultursaat-Logo."

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